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Im Fokus: Geplanter Kaiserschnitt

Der Jahreskongress 1999 der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und ein Expertentreffen “State of the Art” im Herbst 2000 an der Universitätsfrauenklinik Zürich (Prof. A. Huch) waren diesem brisanten Thema gewidmet. Noch vor wenigen Jahren überboten sich die öffentlichen Spitäler mit Angaben zu einer möglichst niedrigen Kaiserschnitt-Häufigkeit, und der Kaiserschnitt auf Wunsch (besser: geplanter Kaiserschnitt) war verpönt. Weshalb dieser grundlegende Wandel?

  • Für Kind und Mutter ist der geplante Kaiserschnitt sicher und riskoarm.
  • Der Patienten-Wille wird viel stärker gewichtet. Nicht mehr nur der Arzt oder die Hebamme allein wissen, was für die Schwangere gut ist. Es findet ein Dialog statt zwischen  Kompetenz der Schwangeren für ihr persönliches Wertesystem und Kompetenz des Arztes für Diagnose und Behandlung.
  • Das Operations-Management beim Kaiserschnitt wurde einfacher, angenehmer und sicherer. Dank neuen, gewebeschonenden Operationstechniken,  sofortigem Kostaufbau und rascher  Mobilisation ist die Rekonvaleszenz deutlich kürzer geworden und die Patientin kann nach einem geplantem Kaiserschnitt die Klinik bereits nach wenigen Tagen verlassen. Konsequente Thrombose- und Antibiotikaprophylaxe, Verzicht auf Vollnarkose zugunsten der Regionalanästhesie und fachärztlich kompetente Betreuung in gut ausgerüsteten Kliniken haben die Komplikationsrate auf ein immer tieferes Niveau gesenkt.
  • Die Spätfolgen einer (traumatischen) vaginalen Geburt werden mehr gewichtet.
    Neue Erkenntnisse (aus Ultraschall- und MRI-Untersuchungen) betreffend Veränderungen der Beckenbodenstrukturen, belegen den Zusammenhang zwischen vaginalem Geburtsmodus und späterem Urin- und Stuhlverlust, besonders bei schwierigen Geburten mit langen Geburtsverläufen oder wenn die Geburt mittels Sauglocke oder Zange beendet werden muss.