PRAXIS DR. MED. PIERRE VILLARS
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunkt Operative Gynäkologie und Geburtshilfe
Senologie - Mitglied Brustteam Zürich und Brustcentrum Bethanien

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Verödung der Gebärmutterschleimhaut bei übermässigen Periodenblutungen
(Thermoablation oder Resektion des Endometriums)

Bei Störungen der Menstruationsblutungen (z.B. zu starke Perioden, Zwischenblutungen) kann heute anstelle einer Gebärmutterentfernung lediglich die krankhafte Gebärmutterschleimhaut mittels Hitze- oder Stromeinwirkung behandelt und damit eine grössere Operation erspart werden. Durch die Verödung der Gebärmutterschleimhaut wird erreicht, dass sich die Schleimhaut nicht mehr hoch aufbauen kann und bei einem grossen Teil der behandelten Patientinnen die Menstruationen ausbleiben. Falls weiterhin Periodenblutungen erhalten bleiben, sind diese jedoch viel schwächer. In Studien konnte gezeigt werden, dass ca. 80-90% der behandelten Frauen nach einem solchen Eingriff zufrieden sind. Wenn neben den übermässigen Blutungen jeweils auch starke Periodenkrämpfe auftreten, sind diese Verfahren weniger geeignet. Hier raten wird eher zu einer Teilentfernung der Gebärmutter mittels Bauchspiegelung (sog. laparoskopische subtotale Hysterektomie LASH). Siehe dazu separate Seite.

Alle diese Verfahren sind nur bei Frauen geeignet, welche eine abgeschlossene Familienplanung haben.

Zur thermischen Behandlung der Gebärmutterschleimhaut gibt es verschiedene Verfahren. Vor jeder Behandlung muss aber mittels Gebärmutterspiegelung (=Hysteroskopie) und Ausschabung (=Curettage) eine bösartige Veränderung der Gebärmutterschleimhaut ausgeschlossen werden. Andere (gutartige) Veränderungen wie Polypen oder Myome in der Gebärmutterhöhle können in den allermeisten Fällen gleichzeitig entfernt werden.

Nachfolgend eine Zusammenstellung der wichtigsten Verfahren:

Elektrische Behandlung mit Rollerball oder Schlinge

Rollerball

Elektroschlinge

Mittels Gebärmutterspiegelung (=Hysteroksopie) wird die Gebärmutterschleimhaut mit einer elektrischen Kugel behandelt. Als Nachteil erweist sich die geringe Zerstörungsstiefe,  so dass nur in knapp 50% eine Blutungsfreiheit erreicht wird. Die Methode wird deshalb oft mit einer elektrischen Schlingenresektion der Gebärmutterschleimhaut kombiniert, was die Operationsdauer etwas verlängert. Dank der neuen bipolaren Schlingen ist die Operation viel sicherer geworden (geringere Gefahr für Überwässerung).
Diese Methode eignet sich insbesonder, wenn gleichzeitig ein Polyp oder ein Myom entfernt werden muss.
Falls in der Vorgeschichte schmerzhafte Periodenblutungen vorliegen, kann diese Methode mit der Einlage einer Hormonspirale kombiniert werden. Damit erzielen wir einerseits eine Schmerzfreiheit und andererseits eine sichere Verhütung.

Alternativ kann eine thermische Verödung oder Zerstörung mit einem bipolaren Netz erfolgen, was mit einer kürzere Operationsdauer und einem geringeren Operationsrisiko verbunden ist.

Thermische Behandlung mit Ballonkatheter:

Cavatherm

Thermachoice

In die Gebärmutter wird ein Ballonkatheter eingeführt und der Ballon mit heissem Wasser gefüllt. Je nach Methode wird die Gebärmutterhöhle während 8 bis 15 Min. erhitzt und die Gebärmutterschleimhaut damit zerstört. Die Methode ist einfach und sicher. Durch die Hitzeinwirkung auf die Gebärmutterwand können krampfartige Schmerzen auftreten, welche einen erhöhten Schmerzmittelbedarf bedingen. Da die Apparaturen recht kostengünstig sind, ist diese Methode vor allem im Ausland weit verbreitet.

Wir können das Thermochoice Verfahren jederzeit anbieten, da uns ein solches Gerät zur Verfügung steht. Wegen der postoperativen Schmerzen verwenden wir aber vermehrt die Methode mit dem Goldnetz (Novasure).

Langzeitstudien über 3 und 5 Jahre haben die sehr gute Patientinnenzufriedenheit (über 80%) bestätigt.

Behandlung mit bipolaren Netz (Novasure)

Novasure-Netz
Hierbei wird ein entfaltbares Goldnetz in die Gebärmutter eingeführt und an die Grösse der Gebärmutterhöhle angepasst. Durch den geschlossenen (bipolaren) Stromkreis wird die Gebärmutterschleimhaut sicherer verödet. Durch die kürzere Anwendungsdauer wird zudem die Gebärmutter weniger erhitzt, was zu deutlich geringeren postoperativen Schmerzen führt.
Das hat uns dazu bewogen, vermehrt das Novasure Verfahren anzuwenden.

Wir machen mit diesem Verfahren gute Erfahrungen, die Patientenzufriedenheit ist sehr hoch.

Bei unseren Patientinnen wenden wir vorwiegend die Novasure Goldnetz-Methode an.

Das Thermachoice Ballonverfahren

Durch die geringe Sondenbreite kann das Verfahren auf Wunsch auch unter Lokalanästhesie durchgeführt werden. Da uns in der Tagesklinik oder im Spital ein Anästhesist zur Seite steht, haben wir die Ballonbehandlungen bisher meistens in Spinal-Anästhesie oder Narkose vorgenommen. Zum Ausschluss von bösartigen Veränderungen an der Gebärmutterschleimhaut wird das Verfahren mit einer Hysteroskopie (=Gebärmutterspiegelung) und Curettage (=Ausschabung) kombiniert. Eine medikamentöse Vorbehandlung der Schleimhaut ist bei dieser Methode nicht nötig, weshalb sie jederzeit durchgeführt werden kann. Wenn zusätzlich starke Periodenschmerzen bestehen, kann anlässlich der Operation gleichzeitig eine Hormonspirale eingelegt werden.

Schematische Darstellung wie der schmale Ballonkatheter in die Gebärmutterhöhle eingeführt wird. Durch die geringe Breite muss der Muttermundskanal nur wenig aufgedehnt werden. Durch Auffüllen mit einer Glucoselösung wird der Ballon entfaltet und gegen die Gebärmutterwand gepresst. Mittels elektronisch kontrollierter Hitzeeinwirkung kann nun die Gebärmutterschleimhaut bis zu einer Tiefe von 6-7mm innert weniger Minuten zerstört werden.
Das Novasure Verfahren mit Goldnetz
Novasure1 Novasure2
Einführen des Goldnetzes und Anpassen an die Gebärmuttergrösse Die bipolare Stromanwendung führt zu einer Verödung der Gebärmutterschleimhaut bis in die tiefen Schichten (hell rosa eingefärbst)
Beispiel aus der Praxis:
45-jährige Patientin mit zunehmend starken Periodenblutungen und Zwischenblutungen. Im Ultraschall wurde ein Polyp in der Gebärmutterhöhle und eine zu hoch aufgebaute Gebärmutterschleimhaut gefunden. Mit der Patientin wurde deshalb eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und Ausschabung (Curettage) in Kombination mit einer Verödung der Gebärmutterschleimhaut vereinbart. 

Die beiden Bilder links zeigen die Gebärmutterhöhle vor der Ausschabung (mit kleinem Polyp) und nach der Curettage. Die rosa Farbe weist auf die intakte Schleimhaut hin. Auf der rechten Seite zeigen die Bilder dagegen die Farbveränderung durch die Hitzeeinwirkung. Die zwei Bilder rechts zeigen den Zustand nach der thermischen Behandlung (= Verödung). Der Farbunterschied - bedingt durch die Zerstörung der Schleimhaut - ist gegenüber den Bildern links sehr schön zu sehen. Einzig beim Abgang des linken Eileiters ist im unteren Bilder ein kleiner Rest intakter Schleimhaut zu sehen.

 

 

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Copyright © 1998 Dr.Pierre Villars, Facharzt Gynäkologie & Geburtshilfe, 8008 Zürich
Stand: 02. August 2013