PRAXIS DR. MED. PIERRE VILLARS
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunkt Operative Gynäkologie und Geburtshilfe
Senologie - Mitglied Brustteam Zürich und Brustcentrum Bethanien

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Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft

Blutuntersuchungen auf Infektkrankheiten: Bluttests für Missbildungsdiagnostik

Rubeolen (Röteln)
Toxoplasmose:
Hepatitis B
HIV (AIDS)
Varicellen / Herpes zoster
Cytomegalie
Lues (Syphilis)

Der AFP-Plus-Test ("Trippel-Test")
Der einfache AFP -Test

1. Blutuntersuchungen auf Infektionskrankheiten:

Anfangs Schwangerschaft werden routinemässig einige Laboruntersuchungen auf durchgemachte Infektionskrankheiten vorgenommen. Nachfolgend Erläuterungen zu den verschiedenen serologischen Tests:

Rubeolen (Röteln)

Die Rötelnerkrankung ist eine Virusinfektion, welche meistens in der Kindheit durchgemacht wird. Eine Infektion während der Schwangerschaft führt beim Kind zu schweren Augen- und Hirnmissbildungen, weshalb die Rötelnerkrankung zu recht gefürchtet wird. In der Schweiz werden deshalb die meisten jungen Frauen noch vor Schulabschluss geimpft. Die Schwangere ist geschützt, falls ein Antkörpertiter (IgG) über 10 IU/ml vorliegt. Bei fehlender oder fraglicher Immunität kann nach der Geburt im Wochenbett geimpft werden.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie in Ihrer Kindheit eine Rötelninfektion durchgemacht haben oder bei Schulabgang geimpft wurden, sollte Sie sich am besten noch vor einer geplanten Schwangerschaft testen und falls nötig impfen lassen

Toxoplasmose:

Es handelt sich um eine Parasitenerkrankung, welche über Katzenkot oder rohes Fleisch auf den Menschen übertragen wird. In der Schweiz weisen etwa die Hälfte der Frauen im gebärfähigen Alter Antikörper (=IgG positiv) gegen den Toxoplasmose-Erreger auf und sind damit gegen eine erneute Infektion geschützt. Bei fehlender Immunität (=IgG negativ) ist während der Schwangerschaft Vorsicht beim Umgang mit Katzen geboten (Plastikhandschuhe beim Leeren des Katzenkistli / kein Schmusen mit dem Büsi / keine Katze auf dem Tisch während des Essens). Ebenso sollte kein rohes Fleisch (Tartar!) gegessen werden. Salat und rohes Gemüse sind besonder gut zu waschen.

Seit 2011 werden die Antikörperkontrollen gegen Toxoplasmose nicht mehr durch die Grundversicherung vergütet, weil die Schweizerische Toxoplasmose Arbeitsgruppe den Nutzen solcher Tests in Frage stellt. Vielmehr sollte das Augemnmerk auf Präventionsmassnahmen gerichtet werden.

Hepatitis B

Die Hepatitis B ist eine Viruserkrankung welche mittels Geschlechtsverkehr oder über Bluttranfusionen übertragen wird. Bei Schweizerinnen kommt die Erkrankung sehr selten vor, bei Frauen aus dem asiatischen Raum ist eine Hepatitis B jedoch recht häufig zu finden. Ist die Mutter infektiös (z.B. HBs Antigen oder HBc Antikörper positiv und HBs Antikörper negativ), kann das Virus auf das neugeborene Kind übertragen werden. Dadurch kann beim Kind eine tödlich verlaufende Lebererkrankung entstehen. In einem solchen Fall kann jedoch das neugeborene Kind geschützt werden, in dem sofort nach der Geburt eine passive und aktive Impfung durchgeführt wird. In der Schweiz wird deshalb empfohlen, bei allen Schwangeren auf das Vorliegen einer Hepatitis B Infektion zu testen.

HIV (AIDS)

Die AIDS Problematik dürfte heute allgemein bekannt sein. Das Risiko einer Infektion mit dem HI-Virus ist wohl sehr gering, aber von ausserordentlicher Tragweite. Zudem geht bei einer Geburt - bedingt durch die Plazentalösung - recht viel Blut verloren. Bei einer ev. Verletzung des Pflegepersonals besteht immer eine grosse Unsicherheit, falls der HIV-Test nicht vorgängig durchgeführt wurde. Wir empfehlen deshalb allen Schwangeren, einen HIV-Test vornehmen zu lassen.

Varicellen / Herpes zoster

Bei den Varicellen (Windpocken) handelt es sich um eine Viruserkrankung, welche meist während der Kindheit durchgemacht wird. Eine Zweitinfektion ist im Erwachsenenalter in der Form des Herpes zoster (Gürtelrose) möglich. Beim ungeborenen Kind kann die Varicelleninfektion zu Hirnschädigungen führen. Auch nach durchgemachten Varicellen (Antikörper IgG=positiv) kann in seltenen Fällen eine erneute Virusexposition der Schwangeren beim Kind zu Hirnschädigungen führen, weshalb der Kontakt mit an Windpocken erkrankten Kindern vermieden werden sollte. Falls keine Antikörper vorhanden sind (=IgG negativ), kann in solchen Fällen eine passive Immunisierung mit Immunglobulinen vorgenommen werden.

Cytomegalie

Die Cytomegalie ist eine Viruserkrankung, welche über menschliche Fäkalien, vor allem in Gebieten mit schlechten hygienischen Verhältnissen, übertragen wird. Beim gesunden Menschen treten meist nur geringe, grippeähnliche Symptome auf. Es bestehen heute viele Hinweise dafür, dass eine geistige Behinderung beim Kind (POS) die Folge einer Cytomegalie-Infektion während der Schwangerschaft sein kann. Der Test kann deshalb für spätere Nachforschungen hilfreich sein. Eine Behandlung oder Impfung ist nicht möglich.

Bei Reisen in exotische Länder ist während der Schwangerschaft besondere Vorsicht angebracht (Kein Leitungswasser trinken, kein Salat oder rohes Gemüse essen, nur Schalenfrüchte konsumieren).

Zum Glück sind die oben geschilderten Infektionskrankheiten sehr selten und stellen dank den Abklärungen kaum Probleme während der Schwangerschaft dar

Lues (Syphilis)

Die Lues war bis zur Entdeckung des Penicillins eine gefürchtete Geschlechtskrankheit, welche beim ungeborerenen Kind zu schweren Missbildungen führen konnte. Zum Glück ist diese Infektionskrankheit am Ende des 20.Jahrhunderts zumindest in der Schweiz fast ausgerottet. Der Test (Antikörper TPHA) ist einfach durchzuführen und damit auch sinnvoll, da eine antibiotische Behandlung möglich ist. Das normale Ergebnis lautet TPHA=negativ.

2. Bluttests zur Abschätzung von Erbstörungen:

Der AFP-Test

Die Bestimmung des AFP (Alpha-Feto-Protein) erfolgt routinemässig zwischen 15. und 20.SSW und ergibt bei erhöhtem Wert einen Hinweis für möglichen offenen Rücken des Kindes (sog. Spina bifida ). Vergleiche dazu separate Erklärungen im Kapitel Genetik.

Der AFP-Plus-Test ("Triple-Test")

Erweiterter Test zur Bestimmung des Risikos für Trisomie 21 (Down-Syndrom oder "Mongolismus"), welcher aber nur durchgeführt wird, falls der Zeitpunkt für den Ersttrimerster-Test verpasst wurde. Siehe separate Erklärungen im Kapitel Genetik.

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Stand: 02. August 2013