PRAXIS DR. MED. PIERRE VILLARS
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunkt Operative Gynäkologie und Geburtshilfe
Senologie - Mitglied Brustteam Zürich und Brustcentrum Bethanien

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Hormonersatz-Behandlung

Die Möglichkeiten für eine Hormonersatzbehandlung in der Menopause sind heute sehr vielfältig geworden, so dass für jede Patientin nach dem Baukastenprinzip eine individuelle und möglichst tief dosierte Zusammenstellung der Therapie möglich ist. Die nachfolgenden Tabellen geben Ihnen eine Übersicht, welche Applikationsformen und Präparate in der Schweiz erhältlich sind.

1. Applikationsformen:

Applikationsform Vor- und Nachteile
Orale Applikation (Tabletten)

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Die Einnahme einer Tablette mittels Kalenderpackung ist einfach und weit verbreitet. Viele Frauen bevorzugen diese Applikationsform wegen der unkomplizierten Handhabung.

Es existieren Präparate, welche nur Östrogene oder nur Gestagene enthalten. Andere Produkte enthalten Kombinationen von Östrogen und Gestagen.

Alle Östrogene in Tablettenform unterliegen dem "first pass effect", d.h. sie gelangen nach Aufnahme durch die Darmwand in die Leber und werden zum Teil vor ihrer Wirkung am Zielorgan bereits abgebaut. Die Abbauprodukte (=Metaboliten) können für Nebenwirkungen verantwortlich sein.
Manche Frauen bekunden psychologisch Mühe mit dem "Tablettenschlucken".

Transdermale Applikation mit Pflaster

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Die Hormone sind entweder in einem kleinen Reservoir oder im Leim auf einer dünnen Plastikfolie enthalten und sie gelangen via Haut direkt in das Blut ohne den "first pass effect".
Durch die kontinuierliche Hormonabgabe finden sich sehr ausgeglichene Hormonspiegel im Blut.
Die meisten Pflaster enthalten nur Östrogene. Wo nötig muss das Gestagen zusätzlich als Tablette eingenommen werden. In letzter Zeit wurden auch Kombinationspflaster mit Gestagenen verfügbar. Aus Gründen der Resorbtion ist jedoch nur das Gestagen NETA erhältlich.
Pflaster werden 1-2x /Woche aufgetragen. Manche Frauen können Hautreaktionen entwickeln oder stören sich an der Sichtbarkeit des Pflasters.
Transdermale Applikation mit Gel

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Auch hier gelangt das Östrogen über die Haut direkt ins Blut ohne "first pass effect". Die Dosierung kann sehr individuell erfolgen.
Gels enthalten meist nur Östrogene und das Gestagen muss - wo nötig - mittels Tablette eingenommen werden. Für eine Behandlung ohne Abbruchblutungen (= kontinuierliche Östrogen-Gestagen-Therapie) sind Gels weniger geeignet.
Viele Frauen (u.a. mit entfernter Gebärmutter) schätzen die Unsichtbarkeit des Gels. Andere Frauen stören sich an der täglichen Prozedur des Auftragens (einige Minuten warten bis Gel in die Haut eingezogen ist)
Die Hormonschwankungen sind etwas grösser als beim Pflaster.
Zur Behandlung von Brustbeschwerden existiert ein spezielles Progesteron-Gel. In nächster Zeit werden weitere Gelbkörperhormon-Gel auf den Markt kommen.
Sonstige Applikationsformen

sonstig.jpg (3683 Byte)

Falls nur die Befeuchtung der Scheide erwünscht ist, kann dies durch Vaginalzäpfchen,  -Tabletten oder -Crèmen erfolgen. Eine Lokalbehandlung der Scheide schützt nicht vor Osteoporose.

Die Anwendung von Depotspritzen ist, was die Dosierung betrifft, schlecht steuerbar. In Kombination mit männlichen Hormonen sind die monatlichen Spritzen bei einigen Frauen sehr beliebt, führen jedoch zu vermehrter Behaarung.

2. Hormonpräparate:
(Die Tablette erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und orientiert sich an den in der Schweiz zur Zeit der Publikation gängigen Präparate)

Östrogene Präparat /Form Vorteile Nachteile Markenname (CH)
Konjugierte Östrogene, oral Mischung aus div. Östrogenen, z.T. aus dem Harn von trächtigen Stuten Sehr gut mit Studien dokumentiert.
Weit verbreitet.
"First pass effect".
In der Schweiz nicht alle Dosierungen erhältlich.
Premarin
Transanon
Oestro-Feminal
Conjugen
Mikronisiertes Estradiol, oral Kleinste, natürliche Östrogenkristalle, welche gut resorbiert werden. Pflanzlichen Ursprungs Sehr natürlich.
Kleine Tabletten.
Viele Studien.
Verschiedene Dosierungen.
"First pass effect".

Wieder eine "Tablette"!

Estrofem N 1mg
Estrofem N 2mg

Auch in enthalten in Trisequens/ Novofem / Kliogest / Activelle
Femoston
Estradiolester, oral Estradiolvalerat
(Salzverbindung)
Wird im Darm zu natürlichem Östrogen gespalten. Gut resorbiert.
In Deutschland auch als Tropfen erhältlich.
"First pass effect".

Wieder eine "Tablette"!

Progynova 2mg
Progynova mite 1mg

in Deutschland:
Progynova Tropfen
Auch enthalten in:
Triaval
Mericomb
Merigest
Indivina

Estriol, oral Estriol In niedriger Dosierung keinen Einfluss auf die Gebärmutter-
schleimhaut.
"First pass effect".
Kein Schutz vor Osteoporose.
Schutz vor Herz-
krankheiten unklar.
Ovestin
Estradiol Pflaster Als Pflaster mit Reservoir oder neu im Leim der Folie enthalten. Kein "first pass effect".
Sehr natürliche Substitution.
Wenig Hormon-
schwankungen.
Gelegentlich Haut-
reaktionen (Rötung).
Pflaster sichtbar.
Kann beim Baden wegfallen.
Estradot 25/37,5/50/75
Systen
Climara
Menorest
Fem7
Estragest
und weitere mehr
Estradiol Gel Estradiol ist in alkoholhaltigem Gel aufgelöst. Kein "first pass effect".
Nicht sichtbar.
Individuell dosierbar.
Gel muss täglich aufgetragen werden.
Neu: Dosierpumpe und Portionen-
beutel.
Oestrogel
Sandrena Gel
Divigel
Estriol vaginal
(Ovula, Crème, Ring)
*Estradiol vaginal
Als Ring auch mit 3-monatiger Depot-
wirkung.
Vorwiegend lokale Wirkung in der Scheide.
Kann bei Brustkrebs Patientinnen verwendet werden.
Keine Prophylaxe gegen Oesteoporose und Schutz vor Herzkrankheiten nicht nachgewiesen. Ortho-Gynest Ovula
Ortho-Gynest D Ov.
Ovestin Ovula
Ovestin Crème
Estring
*Vagifem
Natürliches Gelbkörperhormon (Progesteron) und pharmakologische Varianten (Gestagene)
Progesteron, oral sehr feine Progesteronkristalle
(mikronisiertes Progesteron)
natürliches Gelb-
körperhormon.
Gut veträglich.
Kann auch vaginal
angewendet werden.
Hohe Dosierung nötig.
Kann oral zu Müdigkeit führen.
Utrogestan
Crinone Crème
Progesteron Derivat Dydrogeston Dem natürlichen Progesteron sehr ähnlich.
Gut veträglich.
Ev. keine ungünstige Nebenwirkung auf die Brust?
Rel. teuer. Duphaston

auch enthalten in:
Femoston 1/10, 2/10
Femoston conti
17-alpha-Hydroxy-
Progesteron Derivate
Medroxyprogesteron
Acetat (MPA)
Gut veträglich.
Weit verbreitet.
Gute Kontrolle des
Zyklus (=wenig Zwischenblutungen).
Keine

Ungünstiger Effekt auf die Gefässwand wird diskutiert

Prodafem
Depot-Provera
(=3-Mt-Spritze)

enthalten in:
Indivina
Premarin plus
Premella
Medrogeston Medrogeston Dem natürlichen Progesteron sehr ähnlich.
Gut veträglich.
Keine Colpro
in der Schweiz nicht mehr im Handel
19-Nortestosteron-
Derivate
Norethisteronacetat
(=NETA)
Norethisteron
Lynestrenol
Da gute Wirkung auf das Endometrium sehr zyklusstabil.
Androgene Wirkung kann auch für das Wohlbefinden erwünscht sein.
Geringe androgene Wirkung (wie männliches Hormon wirkend). Selten Aknebildung.
Vermindert HDL-
Cholesterin (bei gesunden Frauen unwichtig)
Primolut-Nor
Primolut-N
Orgametril (in CH nicht mehr im Handel)

NETA ist u.a. in folgenden Östrogen-
präparaten enthalten:
Trisequens tbl. (2mg)
Novofem tbl. (1mg)
Kliogest tbl. (2mg)
Activelle tbl. (1mg)
Estracomb Pflaster
Estragest Pflaster
Merigest tbl.
Mericomb tbl.

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Stand: 02. August 2013