PRAXIS DR. MED. PIERRE VILLARS
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunkt Operative Gynäkologie und Geburtshilfe
Senologie - Mitglied Brustteam Zürich und Brustcentrum Bethanien

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Die Episiotomie (Dammschnitt)

Über den Dammschnitt wird unter Frauen und in den Geburtsvorbereitungskursen viel gesprochen. Auf Grund von Erzählungen fürchten viele Frauen diesen geburtshilflichen Eingriff, was aber bei korrekter Anwendung und Naht-Technik  unbegründet ist.

Die Furcht vor dem Dammschnitt ist geschichtlich zu verstehen: früher glaubten die Geburtshelfer, durch einen frühzeitigen Dammschnitt während der Pressphase eine spätere Scheiden- oder Gebärmuttersenkung verhindern zu können. Durch Verkürzung der Pressphase wollte man auch den kindlichen Stress herabsetzen und einem Sauerstoffmangel vorbeugen. Zum Leidwesen der Gebärenden erfüllten sich aber die Erwartungen nicht und den Frauen blieb lediglich eine schmerzhafte Dammnaht.

Heute entscheiden wir auf Grund der Gewebsbeschaffenheit erst kurz vor den Durchtreten des Kopfes, ob eine Epsiotomie nötig ist. Bei Bedarf führen wir - falls  möglich - die sog. "mediane Episiotomie" durch (siehe weiter unten). Unter gewissen geburtshilflichen Umständen (Verschlechterung der kindlichen Herzaktion, Geburtsstillstand oder Notwendigkeit einer Saugglocken oder Zangenentbindung) muss der Dammschnitt leicht seitlich vorgenommen werden ("mediolaterale Episiotmie").
Die "laterale Episiotomie" (weit seitlicher Schnitt) sollte heutzutage keine Anwendung mehr finden.

Bei korrekter Nahttechnik mit schonender Gewebsbehandlung und modernem Nahtmaterial, welches sich rasch von selbst und ohne Gewebsreizung auflöst, sollte eine Dammnaht später keine grösseren Probleme verursachen.

Versucht man ohne Dammschnitt zu entbinden, entstehen bei erstgebärenden Frauen in ca. 50% der Fälle kleinere Verletzungen des Gewebes. Solange es sich lediglich um kleine Risse der Scheidenschleimhaut oder oberflächliche Risse im Bereich des Dammes handelt, heilen diese Verletzungen meist ohne Probleme. Schürfungen an den Schamlippen oder Risse im Bereich der Klitoris können jedoch noch für längere Zeit schmerzhaft bleiben. Leider weiss man nicht zum voraus, ob und wo eine Verletzung auftritt.

episiotyp.jpg (10565 Byte) Dammschnitt (Episiotomie)

1. Medianer Dammschnitt
Wird angewendet, wenn es die Gewebsbe-
schaffenheit zulässt. Vorteil: wenig Be-
schwerden im Wochenbett.
Nachteil: Weiterreissen in Richtung After
möglich. Nur für erfahrene Geburtshelfer!

2. Mediolateraler Dammschnitt
Der schräge Schnitt gibt mehr Platz und ist
geeignet bei engen Verhältnissen oder
grossem Kind. Wird meist auch bei Vacuum-
und Zangengeburt verwendet. Macht etwas
mehr Beschwerden als der mediane Schnitt

3. Lateraler Dammschnitt
Der seitliche Schnitt ist veraltet und sollte
nach Möglichkeit nicht verwendet werden

 

dammverletz.jpg (16958 Byte) Dammverletzungen

1. Damm- und Scheidenrisse
Die kleinen und oberflächlichen Risse sind
meist unkompliziert und machen später keine
grösseren Beschwerden.

2. Risse in die kleinen Schamlippen
Treten nicht selten auf, wenn der Damm
selber nicht einreisst. Das Nähen dieser Ver-
letzungen ist meist unangenehm. Meist mehr
Beschwerden als nach medianem Schnitt.

3. Schürfungen am Scheideneingang
Treten recht häufig auf, wenn versucht wird
ohne Dammschnitt zu gebären. Diese Ver-
letzungen müssen nicht genäht werden,
machen aber im Wochenbett gerne
Schmerzen beim Wasser lösen

 

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Stand: 02. August 2013