PRAXIS DR. MED. PIERRE VILLARS
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunkt Operative Gynäkologie und Geburtshilfe
Senologie - Mitglied Brustteam Zürich und Brustcentrum Bethanien

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Endometriose

Einführung
Ursache der Endometriose
Symptome
Diagnose
Therapie
Literatur
Links

Eine belastende Krankheit mit vielen Gesichtern

Die Endometriose ist eine häufige Krankheit, die rund 10% der Frauen während der Zeit ihres reproduktiven Alters befällt. Man spricht von Endometriose, wenn sich Gewebe aus der Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutterhöhle einnistet und weiter wächst. Die verstreute Gebärmutterschleimhaut kann sich überall ansiedeln: meist im Unterbauch, aber auch selten weiter entfernt wie im Nabel oder in der Lunge. Das verstreute Gewebe kann lediglich kleine Herde bilden oder zu eigentlichen Knötchen wachsen. In den Eierstöcken können sich Zysten bilden. Die Endometriose hinterlässt häufig Narben und Verwachsungen, so dass oft die Fruchtbarkeit der Frau beeinträcht wird. Weil die Endometrioseherde während des Zyklus hormonabhängig wachsen, können sie vor allem um den Zeitpunkt der Menstruation entzündliche Reaktionen und starke Beschwerden verursachen.

Ursache der Endometriose

Zur Entstehung der Endometriose gibt es verschiedene Theorien. Die führende Theorie ist diejenige der "retrograden Menstruation", d.h. während der Regel fliesst ein Teil des Blutes in die Eileiter und damit in den Bauchraum zurück und schwemmt dabei kleine Stückchen von Gebärmutterschleimhaut mit. Dieses Gewebe beginnt dann ausserhalb der Gebärmutterhöhle zu wachsen. Weil sich die ausgeschwemmten Zellen jedoch nur bei der Minderheit der Frauen weiterentwickeln, hält man erbbedingte Veränderungen des Abwehrsystems für wahrscheinlich. Frauen, bei welchen die Mutter oder Schwester an Endometriose leiden, haben ein grösseres Risiko für die Entwicklung einer Endometriose. Weil Endometriose häufiger bei kinderlosen Frauen auftritt, spricht man auch von einer "Karriere-Krankheit".

Formen der Endometriose

Leichte Form (Grad I)

Es finden sich im Bereich der Blase, der Gebärmutter (Uterus), der Eierstöcke oder der Bänder nur vereinzelte Endometrioseherde ohne Verwachsungen oder Eierstockzysten

Mässige Form (Grad II)

Bildung von Eierstockzysten (sog. Schokoladenzysten) und Verwachsungen zwischen Eileiter und Eierstock

Schwere Form (Grad III)

Nebst Zystenbildung finden sich narbig veränderte und verschlossene Eileiter. Die Endometriose kann in den Enddarm einwachsen und zu schweren Verwachsungen führen. Manchmal kann die Endometriose auch den Harnleiter umschliessen.

(Veränderte Skizzen aus Brochüre der American Society for Reproduktive Medicine)

Symptome der Endometriose

Die Symptome der Endometriose sind sehr vielfältig und die Krankheit beeinträchtigt oft die Lebensqualität der Patientinnen. Als Leitsymptomë finden sich vor allem Schmerzen und als Folge der Erkrankung eine Kinderlosigkeit. Typische Beschwerden sind:

Schmerzen und Krämpfe im Zusammenhang mit der Menstruation
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, vor allem bei Stellungen mit tiefer Penetration des Partners
selten Zwischenblutungen
Kinderlosigkeit
Bereits kleine Herde können zu Störungen der Fruchtbarkeit führen. Oft finden sich als Folge der Krankheit narbig veränderte oder verschlossene Eileiter bzw. Verwachsungen, welche die Beweglichkeit des Eileiters einschränken

Diagnose der Endometriose

Das Beschwerdebild, welches die Patientin schildert, lässt eine Endometriose meist vermuten. Bei der Untersuchung finden sich manchmal kleine Endometriose-Knötchen in der Vagina oder am Muttermund. Bei schwereren Formen können bei der gleichzeitigen Untersuchung von Vagina und Enddarm schmerzhafte Knötchen getastet werden. Da sich die Erkrankung aber meist in der Bauchhöhle ausbreitet, ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) für die definitive Diagnose unerlässlich.

Endometriosezyste im Ultraschall Ultraschall

Endometriosezysten lassen sich im Ultraschall gut erkennen: typisch sind die feinen Binnenechos, welche oft eine Art Spiegel am Boden der Zyste bilden

Grosse Endometriosezyste am Ovar Bauchspiegelung I

Hier das entsprechende Bild, wie es sich bei der Bauchspiegelung präsentiert. Das Ovar ist zystisch vergrössert und ist gegen die Beckenwand hin verwachsen

Kleine Endometriosezyste am Ovar Bauchspiegelung II

Nahaufnahme des Eierstocks anlässlich der Bauchspiegelung. Man erkennt die bläulich schimmernden Endometrioseherde. Nach Eröffnung entleert sich braune Flüssigkeit

Minimale Endometriose I Bauchspiegelung III

Bei genauer Untersuchung des Bauchfells finden sich bereits kleinste Endometrioseherde. Typisch sind auch die weissen, narbigen Veränderungen

Minimale Endometriose II Bauchspiegelung IV

Kleiner, bläulich schimmernder Endometrioseherd. Anlässlich der Bauchspiegelung lassen sich diese Herde mit dem Laser "verdampfen"

Therapie der Endometriose

1. Operation
Nach gesicherter Diagnose durch Bauchspiegelung ist es das Ziel. möglichst alle Endometrioseherde zu entfernen. Dies kann laparoskopisch durch vollständiges Herauschneiden von grösseren Knötchen oder von Eieirstockzysten erfolgen. Kleinere Herde werden meist mit dem CO2-Laser "verdampft". Wir haben dank moderner Ausrüstung die Möglichkeit, solche Operationen in den Privatkliniken durchzuführen

2. Medikamentöse Nachbehandlung
Im Anschluss an die Operation ist es oft angezeigt, eine medikamentöse Nachbehandlung für 3-6 Monate anzuschliessen. Zu diesem Zweck erhielt die Patientin bisher eine Depot-Spritze mit einem Hormon, welches die Eierstockfunktion stark unterdrückt und eine vorübergehende, künstliche Abänderung erzeugt. Um die unangenehmen Folgen der Behandlung zu mildern (Wallungen, Verlust an Knochensubstanz), können Hormonkombinationen in niedriger Dosierung verschrieben werden (Oestrogen-Gestagen-Kombination oder neu auch Tibolon / Livial®)

Neu wurde ein Minipille ähnliches Medikament (Visanne®) eingeführt, welches ein modernes Gestagen enthält. Dieses unterdrückt die Endometriose in ähnlicher Weise, wie die Depot Spritzen. Da weniger Nebenwirkungen auftreten, die Periodenblutungen und auch die Schmerzen gut unterdückt werden, setzen wir heute bevorzugt dieses neue Medikament zur Nachbehandlung ein. Mit diesen Tabletten ist auch eine Langzeitbehandlung möglich.

3. Psychologische Betreuung
Ebenso wichtig ist die begleitende psychologische Betreuung der Patientin, weil die Lebensqualität der betroffenen Frauen oft stark eingeschränkt ist und die sich die Folgen der Kinderlosigkeit und der Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf die Paarbeziehung auswirken können. Es existieren auch diverse Selbsthilfegruppen.

Literatur:

Keckstein J.: Endometriose. Die verkannte Frauenkrankheit!?
Diagnostik und Therapie aus ganzheitmedizinischer Sicht.
Diametric Verlag Würzburg 1998

Sillem, Martin: Wirksame Hilfe bei Endometriose
Ein Ratgeber für Frauen: wie Ihr Arzt Sie behandelt.
Trias-Ratgeber, 1998, SFr. 16.60
ISBN 3-89373-472-4

Links:

http://www.endometriosiszone.org/
Ausführliche Website in englischer Sprache mit vielen Links zu weiteren Endometriose Websites

http://www.endozone.org
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Stand: 02. August 2013