PRAXIS DR. MED. PIERRE VILLARS
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunkt Operative Gynäkologie und Geburtshilfe
Senologie - Mitglied Brustteam Zürich und Brustcentrum Bethanien

Dufourstrasse 143  CH-8008 Zürich  Switzerland
Tel.(+41) 044-389 22 11  Fax.(+41) 044-389 22 12

Home Inhalt Kontakt AKTUELL: Sectio Praxisjubilaeum


 

 

Hormonersatzbehandlung und Brustkrebs

Der Zusammenhang zwischen Hormonersatzbehandlung (Östrogene) und Brustkrebs wird zur Zeit sowohl in den Medien als auch unter Experten intensiv diskutiert. Dabei werden Studien zitiert, welche vorwiegend aus den USA stammen und bei denen die Patientinnen meistens hohe Dosen von Östrogenen (und Gestagenen) erhielten. Ein Kausalzusammenhang lässt sich jedoch nicht definitiv beweisen und nach neueren Erkenntnissen, scheinen andere Faktoren weit wichtiger zu sein. Zu diesen Faktoren gehören eine individuelle Vernanlagung durch Erbgutvarianten, wie auch Ernährungsgewohnheiten, Übergewicht, Alkoholkonsum, Rauchen und sportliche Aktivität, welche mehr Einfluss haben, als die alleinige Östrogensubstitution.
Angaben in Prozenten (z.B. Zunahme um 25%) widerspiegeln ein falsches Bild, weil es sich effektiv um kleine Fallzahlen handelt (Zunahme von 2 zusätzlichen Brustkrebsfällen, von 45 auf 47 pro 1000 Frauen, über einen Zeitraum von 5 Jahren). Durch die multifaktorielle Ursache des Brustkrebses genügen die wenigsten Studien strengen statistischen Kriterien, d.h. es müssten weit grössere Studien angelegt werden.
Die nachfolgende Tabelle zeigt grafisch das Brustkrebsrisiko in Abhängigkeit solcher Faktoren:

Aus obiger Grafik ist ersichtlich, dass die Hormonersatzbehandlung (HRT=hormon replacement therapy) das Brustkrebsrisiko auch nach 10 Jahren nur geringfügig ansteigen lässt und dass Alkoholkonsum wie auch Übergewicht das Risko für einen Brustkrebs weit mehr beeinflussen. Auf der anderen Seite verringert eine regelmässige körperliche Aktivität das Brustkrebsrisiko.

Seit den wissenschaftlichen Arbeiten am "Human Genom Project", bei dem das menschliche Erbgut entschlüsselt wurde, sind mehrere Erbgutvarianten bekannt, die mit einem Ansteigen des Brustkrebsrisikos in Zusammenhang gebracht werden. Je nachdem, welche Erbgutvariante eine Frau besitzt, ist die Anreicherung von natürlichem Östrogen und dessen biochemische Abbauprodukte im Brustgewebe sehr unterschiedlich. Ebenso können Alkoholkonsum und Übergewicht je nach Erbgut unterschiedlich negative Auswirkungen haben. Dadurch kann die Entstehung eines Brustkrebses begünstigt werden. Bereits heute lässt sich mittels Gentechnologie (sog. Gen-Chips zur Bestimmung eines Genpolymorphismus) das individuelle, genetische  Brustkrebsrisiko bestimmen. Damit wird es in Zukunft möglich sein, eine Frau noch besser zu beraten und entsprechende Therapiekonzepte zu diskutieren. Ebenso wird man der Frau Ratschläge zu Veränderungen der Lebensgewohnheiten (Lifestyle-Beratung) geben können.

Was sind die Rückschlüsse für unser Therapie-Konzept :

Individuelle Beratung
Falls Ostrogene angebracht: so gering als möglich - so viel als nötig
Bei familiärem Risiko ev. Chip-Analyse für Genmutationen
(p450 / CYP17 / CYP19 / CYP1A1 / COMT)
Bei erhöhtem Risiko für Brustkrebs ausweichen auf alternative Behandlungsmethoden
(Livial® - Tibolon / Evista® - Raloxifen / Soja-Östrogene / lokale Östrogene etc.)

Allgemeine Ratschläge betreffend Lebensgewohnheiten (Lifestyle):

Alkoholkonsum einschränken
(falls regelmässig Alkohol konsumiert wird, Östrogendosierung möglichst tief halten)
Mit Rauchen aufhören!
Übergewicht vermeiden
Vermehrte körperliche Aktivität (2-3 x pro Woche Jogging oder Hometrainer für mind. 20 Min.)
"Dinner Cancelling" 2x pro Woche, d.h. ab 16 Uhr (für mindestens 14 Stunden!) keine Kalorien einnehmen und keinen Tropfen Alkohol. Früchtetees (z.B. Johanniskraut-Tee) helfen die eventuell unangenehme Hungergefühle zu unterdrücken.
Gemüsereiche Ernährung (Broccoli) und vermehrt Sojaprodukte (z.B. Sojamehl in Saucen, Joghurt oder Birchermüesli)
Genügend ungesättigte Fettsäuren einnehmen (Fischoel oder Linolensäure z.B. Glandol-Kps)

Nebst positiven Auswirkungen auf das Brustkrebsrisiko, haben oben erwähnte Lifestyleveränderungen auch positive Auswirkungen auf die anderen Alterungsprozesse im Körper (Stichwort: Anti-Aging)!

HOME GYNÄKOLOGIE OPERATIONEN GEBURTSHILFE WEIBLICHE BRUST FAMILIENPLANUNG KINDERWUNSCH MENOPAUSE GEWICHT KLINIKEN POLITIK NEWS AKTUELL BÜCHER LNIKS 

Für E-Mail - Anfragen oder Kommentare zu dieser Website siehe: Kontakte
Copyright © 1998 Dr.Pierre Villars, Facharzt Gynäkologie & Geburtshilfe, 8008 Zürich
Stand: 02. August 2013